#LebenAmLimit

Wie geht das?
Leben ohne Wiederholung.
Ein besonderes Sein.

Erscheinen, performen.
Sein Leben verkünden.
Den Körper als Funktionsraum nutzen.
Das Gesicht niemals auf Werkseinstellungen zurücksetzen.
Auferstanden als Ruine – das will keiner sehen.
Schön sein! Oder Hollywood-hässlich.
Das geht auch.

Die Einsamkeit mit neuen Menschen füllen.
„Ich habe mich in dich verliebt.“
„Danke, ich schau mich nur um.“
Schweigende Betten.
Beziehungen im Thermostat der Gefälligkeit.
Kein außer Kontrolle geratenes Herz.
Lieber auf sich allein gestylt.

Vielleicht einen Film drehen.
Einen Verständnisfilm.
Drehbuch: Lotta ist krank.
Klaus, ihre große Liebe,
Vater dreier behinderter Kinder,
Ist im Krieg gefallen.
Die Welt braucht mehr Empathie.

Noch ein Studium machen.
Denn letzter Abschluss: Haustür
Eine Sprache lernen. Besser zwei.
Abzweigen aus der Überholtwerdenspur.
Auf Journalismus machen, auf Erleuchtung,
Auf Terrorexperte, auf Snapchat, auf Interesse.

Dem rasenden Stillstand entkommen.
Gefangen zwischen Betonbauten.
Fickfieberanfällen, Yoga und einem Leben
inspiriert vom Browserverlauf.
Höchst geschmackvoll
und erschreckend etabliert.

Dieser Zwang, der Ausdruckszwang, Darling.
Der Berührungszwang von Herz, Hirn,
Körpern, Grübchen, Hals,
Muttermalen, Narben, Dellen,
Wo ist er nur hin? Verschollen.
Untergegangen in dieser Angst, Lebensangst.

Kann ich noch berührt werden,
wenn ich niemand mehr berühren kann.

Wann höre ich endlich auf,
Nur noch zu wirken?

Und wann fange ich an,
Im Sturz zu leuchten.

– Frank Steinhofer –

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